Freitag, 9. April 2021

Menschenleben im Treibhaus: das Ende der Geschichte?

Das Klima auf der Erde erwärmt sich deutlich. Das ist eine beobachtbare und messbare Tatsache. Die Ursache dafür ist eine steigende Menge von sogenannten Treibhausgasen, vor allem Kohlendioxid (CO2), in der Atmosphäre der Erde. Hierdurch wird ein größerer Anteil der auf der Erde eintreffenden Sonneneinstrahlung in der Erdatmosphäre zurückgehalten. Eine gesteigerte Sonnenaktivität als Ursache für die Klimaerwärmung scheidet dagegen aus, da die Sonnenaktivität in den letzten 50 Jahren nicht gestiegen, sondern gesunken ist. Nach derzeitigem Forschungsstand ist ein Zustand des Erdklimas mit höherer CO2-Menge in der Atmosphäre und dadurch deutlich höheren Temperaturen keinesfalls ungewöhnlich: In der bisherigen Geschichte der Erde wechselten sich diese Phasen („Heißzeit“ oder „Treibhauszustand“) mit kühleren Phasen, verursacht durch geringeren CO2-Gehalt („Kaltzeit“ oder „Eishauszustand“), ab. Das typische Merkmal der Kaltzeiten sind dabei Vergletscherungen, mindestens in den Polarregionen. Also leben wir momentan in einer Kaltzeit – genau genommen in einer etwas wärmeren Phase zwischen zwei Eiszeiten (die durch noch stärkere Vereisung gekennzeichnet sind). In den letzten etwa 500 Millionen Jahren befand sich die Erde aber etwa 80% der Zeit in einem Treibhauszustand. Berücksichtigt man die gesamte Erdgeschichte, steigt dieser Anteil sogar noch. Die Ursache dafür sind vermutlich stärkere Bewegungen der tektonischen Platten, durch welche die vulkanische Aktivität steigt, was wiederum mehr CO2 in die Atmosphäre einbringt. Man könnte demnach sagen, dass Heißzeiten der Normalzustand sind. Also Entwarnung? Keinesfalls!

Wir müssen zunächst festhalten, dass die gesamte bekannte Geschichte der Menschheit in einer Kaltzeit stattgefunden hat. Menschenleben in einer Heißzeit wurde bisher ganz einfach nicht erprobt. Ob es möglich ist, wissen wir nicht. Was wir anhand von Fossilien ablesen können ist auf jeden Fall, dass Klimaveränderungen ganz andere Arten von Lebewesen und Ökosystemen hervorbringen. Und da kommen wir schon zum nächsten Problem: Klimaveränderungen geschehen normalerweise über einen langen Zeitraum hinweg, brauchen zehntausende bis Millionen von Jahren. So hat die Natur genug Zeit, sich anzupassen und ein stabiles Ökosystem aufrecht zu erhalten. Die jetzige Erwärmung dagegen geschieht innerhalb von Jahrzehnten – viel zu schnell – was einen Zusammenbruch des Systems verursachen kann. Das fand zuletzt vermutlich durch den Einschlag eines großen Meteoriten am Ende der Kreidezeit statt, als dessen Folge große Mengen an verschiedenen Substanzen in die Erdatmosphäre geschleudert wurden, was wiederum die Temperaturen auf der Erde rapide absinken ließ und zum schnellen Aussterben der Dinosaurier führte, die zuvor über Jahrmillionen die vorherrschende Lebensform auf der Erde waren. In der jetzigen Situation kommt dazu als verstärkender Faktor, dass die Lebensweise der Menschen nicht nur eine rasante Klimaerwärmung verursacht, sondern auch die Natur großflächig zerstört und Lebensräume vernichtet. Beide Aspekte, die Klimaerwärmung und die Naturzerstörung, beschleunigen das Artensterben und die Destabilisierung der Ökosysteme. Und beide Aspekte verstärken sich auch gegenseitig: die Klimaerwärmung bewirkt starke Veränderungen in Lebensräumen bis hin zur Unbewohnbarkeit, und die großflächige Zerstörung von Wäldern erhöht die CO2-Menge in der Atmosphäre, da Bäume in großer Menge CO2 aufnehmen und in ihrem Gewebe binden. Eine insgesamt sehr kritische Situation. Nun könnte man sagen, dass Menschen doch eine sehr anpassungsfähige und erfinderische Lebensform sind und schon einen Weg finden werden, mit diesen stark veränderten Umweltbedingungen zurechtzukommen. Doch das stimmt nur in begrenztem Ausmaß. Die heutige Lebensweise der Menschheit ist sehr komplex und auf ganz spezielle Voraussetzungen gebaut. Bereits geringe Änderungen an diesen Voraussetzungen können beispielsweise die Nahrungsversorgung kollabieren lassen. Fähigkeiten und Wissen, um in den so entstehenden widrigen Situationen zu überleben, sind immer weniger vorhanden. Hat die Menschheit also selbst das Ende ihrer Geschichte bewirkt? Es liegt an uns selbst, wie die Antwort auf diese Frage schließlich lautet. Was bisher unternommen wird, reicht aber für ein „Nein“ bei weitem nicht aus.

Sonntag, 7. Februar 2021

Die Rettung der Menschheit

Mal ganz offen gesprochen: momentan sieht es nicht allzu gut aus für das Überleben der Menschheit. Und dabei spreche ich nicht von der Corona-Pandemie, die derzeit alle Welt beschäftigt. Ja, sie ist eine große Herausforderung und bringt vielen Menschen Probleme, aber eine existenzbedrohende Katastrophe ist sie nicht. Wie beiläufig häufen sich währenddessen die Warnrufe von Wissenschaftlern und Umweltschützern, dass unter allen denkbaren Szenarien für die weitere Entwicklung des Klimas und der Umweltzerstörung diejenigen am wahrscheinlichsten sind, die für das Weiterleben des Menschen auf der Erde eine ernste Gefahr darstellen. Wir leben in einem geschlossenen Ökosystem, aus dem wir nicht einfach weglaufen können. Und dieses System hat bestimmte Naturgesetze und Mechanismen, die nicht missachtet werden können, ohne dass das schwerwiegende Folgen hat. Ich habe es seit schon oft gesagt und geschrieben (das erste Mal in einem Brief an Bundeskanzler Helmut Kohl Ende der 80er Jahre): die Natur braucht uns nicht. Mit Sicherheit bleibt nach aller Zerstörung, die wir Menschen anrichten können, genug übrig, um weiteres Leben auf der Erde zu ermöglichen. Für uns selbst wird das aber nicht reichen. Wir sind eine zwar recht anpassungsfähige, aber sehr komplexe Lebensform, die zum Überleben ganz bestimmte Umweltbedingungen braucht.

Was können wir also tun? Sollten wir sagen „es ist ohnehin zu spät“ und uns noch einige Jahrzehnte fröhlichen Dahinlebens vor dem Untergang gönnen? Oder sollen wir es drauf ankommen lassen? Vielleicht haben wir ja Glück, haben den Sechser im Lotto, und es passiert nichts? Das wären doch sehr simple Lösungen, die einer angeblich intelligenten Lebensform unwürdig sind, und noch dazu dem Überlebensinstinkt (den wir alle noch in uns tragen) grundsätzlich widersprechen. Wir können mehr! Wir sind mit Gehirnen ausgestattet, die zu großen Leistungen fähig sind. Haben noch dazu vielfältige Gefühle, ein detailreiches Sozialverhalten, zahllose über Jahrtausende gewachsene Erfindungen und Technologien, und nicht zuletzt ein starkes Selbstbewusstsein. Leider sind wir trotz all dem in die Irre gelaufen. Seitdem in der „westlichen Welt“ die Aufklärung die Moralvorstellungen in Frage gestellt und der Forschung Auftrieb gegeben, die Medizin für ein starkes Bevölkerungswachstum in kurzer Zeit gesorgt, die Industrialisierung das Ausbeuten der Ressourcen stark vereinfacht, und die Kolonialisierung all das weltweit verbreitet hat, beschädigen wir unsere eigenen Lebensgrundlagen massiv. Dazu kamen schließlich als „Brandbeschleuniger“ noch die freie Marktwirtschaft und der Kapitalismus, die alles Wirtschaften auf Wachstum und Profit ausgerichtet haben. Welchen Schaden wir damit für unsere Zukunft anrichten, das haben wir zu spät realisiert. Seitdem wir es realisiert haben, haben wir zu zögerlich reagiert, weil wir zu oft befürchten, den gewonnenen Luxus und Überfluss zu verlieren. Wir müssen nun aber einsehen, dass es so nicht weitergeht. Wir müssen jetzt den Mut und die Kraft aufbringen, uns wirklich weiterzuentwickeln. Es ist Zeit für echten Fortschritt.

Wie können wir das erreichen? Dazu müssen wir demütiger und hochmütiger werden. Das klingt nach einem Widerspruch. Es folgt die Erklärung.

Die Welt, in der wir leben, ist für uns größtenteils ein Mysterium. Es gibt viel mehr, das wir nicht wissen und verstehen, als was wir mit unserem Verstand und Forschergeist erkennen können. Raum und Zeit, das Leben, unser Dasein, das ganze Universum, sind uns letztlich ein Rätsel. Wir sind winzige Figuren in einer riesigen Welt. Und wir sind von all den komplexen Zusammenhängen in dieser Welt abhängig. Daher müssen wir Demut haben gegenüber der Welt, die wir kaum verstehen, und gegenüber der Natur, deren Bestandteil wir sind und die unser Überleben sichert. Wir müssen aufhören, uns als Beherrscher und Gestalter zu sehen, und müssen wieder mehr Bewunderer und Diener unserer Umwelt werden, müssen allem, was ist und lebt, wieder mehr Heiligkeit zusprechen und uns dementsprechend verhalten. Das gilt auch für unseren Umgang miteinander. Jeder Mensch ist ein Wesen mit Stärken und Schwächen, mit Vorzügen und Fehlern, keiner ist mehr wert als der andere. Das müssen wir uns immer aufs Neue bewusst machen. Das führt zu echtem Fortschritt.

Auf der anderen Seite müssen wir uns darüber bewusst werden, dass wir mit all den Fähigkeiten, die wir haben, zu deutlich mehr in der Lage sind. Jeder einzelne, und die ganze menschliche Gemeinschaft auf dem Planeten Erde, sollte jeden Tag aufs Neue versuchen, sich zu übertreffen und Dinge besser zu machen als am Tag zuvor. Das können winzige Kleinigkeiten sein, in der Gesamtheit bringt uns das auf eine neue Höhe unserer Entwicklung. Das ist es, was ich mit „hochmütiger werden“ meine. Wir sollten viel mehr den Willen haben, ein edles, starkes Volk zu sein, das mit seinem Leben und dessen Grundlagen vernünftig, weise und liebevoll umgeht. So, als ob uns jemand beobachten würde und am Ende Noten verteilt. Für religiöse Menschen ist das oft eine Selbstverständlichkeit, andere müssen es noch erlernen. Dabei kann man auch durchaus selbst der eigene Beobachter sein. Bei Gruppen oder staatlichen Einrichtungen übernimmt die Gemeinschaft diese Rolle.

Das alles erfordert viel Anstrengung, viel Mut, und bedeutet viele Veränderungen. Aber nur so haben wir eine Chance, so können wir erreichen, dass die Generationen nach uns mit Respekt und Hochachtung auf uns schauen, statt uns die Verantwortung für die zerstörte Welt zu geben, in der sie ihr hartes Dasein mit Ausblick auf ein nahes Ende fristen müssen. Es ist keine Zeit mehr für lange Diskussionen, wir müssen schnell handeln, und alle müssen dabei helfen. Niemand ist machtlos, jeder kann seinen Teil beitragen. Dann schaffen wir den gemeinsamen Aufbruch in eine glanzvolle statt in eine düstere Zukunft, dann erweisen wir uns unserer Intelligenz und unserer Fähigkeiten als würdig.

Freitag, 8. Januar 2021

Führungskräftemangel in der Politik

Die derzeitige Krisensituation offenbart viele Probleme, die schon zuvor vorhanden waren, ganz deutlich. Eines dieser Probleme ist der Mangel an geeigneten Führungskräften in der Politik. Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Umweltzerstörung und Klimawandel nehmen bedrohliche Ausmaße an. Renten-, Gesundheits-, Wirtschafts- und Bildungssystem sind dringend reformbedürftig, gleiches gilt für die Europäische Union und die NATO. COVID-19 wird nicht die letzte Pandemie sein. Und die Spaltung in der Bevölkerung wird immer größer, Gruppen mit extremen Meinungen werden immer stärker. Der richtige Umgang mit all dem erfordert viele Talente und Fähigkeiten. Die Entscheidungen derjenigen, die Regierungsverantwortung tragen, haben große Auswirkung auf das, was weiter geschieht. Kurioserweise muss man, um Politiker zu werden und das Land zu regieren, keinerlei Ausbildung vorweisen, während ansonsten fast jeder Handgriff ohne entsprechenden Nachweis der Qualifikation angreifbar oder gar illegal ist. Nun könnte man ja sagen, die Auswahl der geeigneten Personen erfolgt durch die Wahlen. Doch was, wenn keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten wirklich geeignet ist? Aus gewissen Kreisen hörte man in den letzten Jahren oft "Merkel muss weg!". Ich stellte dann immer die Frage: "wen wollt ihr denn dann?" Darauf kam meistens nur betretenes Schweigen, oder die wenig hilfreiche Aussage "jeder andere würde es besser machen". Tatsächlich muss man sich beim Blick auf die Bundestagswahl 2021 fragen: wer soll unser Land in den nächsten Jahren leiten? Bei keinem der Politiker, die derzeit auf der öffentlichen Bühne agieren, kann ich die benötigten Führungsqualitäten in ausrechendem Maß sehen. Bei keinem habe ich das Vertrauen, dass sie oder er mit den Problemen der Gegenwart und der Zukunft umzugehen weiß und dabei den Bürgern Vertrauen und Sicherheit vermitteln kann.

Was sollten denn die Eigenschaften politischer Führungskräfte sein?

  • Weitsicht, ohne dabei die Gegenwart aus den Augen zu verlieren
  • Überblicken und richtiges Einschätzen der Gesamtsituation
  • gute Pläne und richtige Ideen für die Vermeidung und Bewältigung von          Problemen   
  • Ehrlichkeit und Offenheit
  • Probleme rechtzeitig benennen und angehen
  • Diplomatie- und Moderationsfähigkeiten sowie Kompromissbereitschaft
  • Führungsstärke ohne dabei autoritär zu sein
  • die Fähigkeit, alle Gruppen und Schichten der Bevölkerung ernst zu nehmen
  • großes Wissen und die Fähigkeit, die richtigen Berater auszuwählen
  • Fehler zugeben und korrigieren, ohne dabei ein „Fähnchen im Wind“ zu sein
  • ein guter Mittelweg zwischen „streng“ und „freundlich“
  • die Fähigkeit, den Menschen Vertrauen und Sicherheit zu geben, sie aber      auch vor echten Gefahren zu warnen
  • Die Fähigkeit, sich gegen Lobbyismus zu wehren

Frau Merkel hat meiner Einschätzung nach zumindest etwa 50% der benötigten Eigenschaften – das notwendige Mindestmaß, um einen Staat stabil und krisensicher zu regieren. Alle anderen öffentlich weithin bekannten Politiker liegen darunter. Das reicht nicht. Daher bleibt uns nichts anderes als der Mut, bei der Bundestagswahl neuen Kräften (am besten solchen aus Parteien, die bisher keine Regierungsverantwortung hatten) eine Chance zu geben, es besser zu machen.

Montag, 7. Dezember 2020

Eine Stellungnahme zur Corona-Pandemie

Eine Frage beschäftigt Deutschland gerade sehr: warum sinkt die Zahl der COVID-19-Infektionen trotz der zahlreichen Gegenmaßnahmen nicht? Das erzeugt in steigendem Ausmaß eine gewisse Frustration in der Bevölkerung, und sicher auch bei den Regierenden. Die Antwort lautet: weil wir eine Virus-Pandemie nicht mit spontanen Gegenmaßnahmen beenden können. Das zu glauben ist eine Illusion. Viren sind Organismen an der Grenze dessen, was man „Lebewesen“ nennen kann, die darauf ausgelegt sind, sich trotz aller Hindernisse weiterzuverbreiten. Es gibt nur zwei Dinge, die sie wirklich aufhalten können. Erstens: es steht kein geeigneter Wirt mehr zur Verfügung, weshalb das Virus nach einer gewissen Zeit abstirbt. Zweitens: das Virus trifft zwar auf einen geeigneten Wirt, dessen Immunsystem ist aber stark genug, den Angriff abzuwehren. Für ersteres ist unsere moderne Form des Zusammenlebens schlecht geeignet. Wir bieten Viren ein wahrhaftes Paradies, indem wir uns dicht aneinander in immer größer werdenden Städten sammeln, und indem wir uns immer weiter und immer häufiger fortbewegen, auch über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. Und für die zweite Variante des „Sieges über die Viren“ ist es gerade schlicht und einfach die falsche Jahreszeit. Im mitteleuropäischen Winter ist das Immunsystem der meisten Menschen deutlich schwächer als im Sommer, was nicht zuletzt daran liegt, dass ein Großteil der Menschen in der dunklen Jahreszeit nicht ausreichend mit dem Sonnenvitamin D versorgt ist. Zudem verbringen im Winter mehr Menschen Zeit in geschlossenen Räumen als im Sommer, so dass die Distanzen, die Viren überwinden müssen, durchschnittlich geringer sind. Eine wirksame Impfung, die dem Immunsystem die deshalb besonders notwendige Schützenhilfe geben könnte, steht noch nicht zur Verfügung. Also: dass die Infektionszahlen derzeit nicht sinken, liegt in der Natur der Dinge. Außerdem muss man sagen: im Vergleich zu der Konsequenz und Klarheit, mit der unsere Regierenden im Frühling auf die spezielle Situation reagiert haben, ist das, was jetzt betrieben wird, ein halbherziges Durcheinander. Das neueste Paradebeispiel aus Bayern: eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Wer geht denn bitte sehr im Winter nachts hinaus, noch dazu, wenn Gaststätten, Bars und Diskotheken geschlossen sind? Das als „drastische Verschärfung“ der Maßnahmen zu verkaufen, klingt wie ein Scherz. Noch dazu sind die Regelungen je nach Bundesland und sogar Ort so unterschiedlich und werden so häufig geändert, dass immer weniger Menschen wissen, woran sie sich gerade halten sollen. Soll das jetzt heißen, man könnte all diese Maßnahmen einfach bleiben lassen, und das würde an der bestehenden Situation nichts ändern? Nein, sicherlich haben manche der Maßnahmen (wie zum Beispiel, dass sehr viele Menschen derzeit von zuhause aus arbeiten) eine gewisse Wirkung. Man sollte aber aussortieren und alle offenkundig unsinnigen Maßnahmen zurücknehmen, dafür solche Maßnahmen, die in anderen Ländern eindeutig zur Eindämmung der Pandemie beigetragen haben, konsequent übernehmen. Allem voran wäre das ein sofortiger Stopp von Ein- und Ausreise, außer in notwendigen Fällen, wobei die Definition von „notwendig“ eng gefasst werden sollte. Letztendlich müssen wir aber auf den Frühling und die Verteilung von Impfstoffen warten, vorher wird die Pandemie nicht enden. Und sie wird nicht die letzte ihrer Art sein. COVID-19 ist ein recht harmloser Virus im Vergleich zu dem, was der Menschheit noch bevorstehen könnte. Gegen die jetzige „Viruswelle“ können wir nicht mehr allzu viel unternehmen, wohl aber gegen zukünftige. In meiner „Risikomatrix für das Projekt Überleben der Menschheit“ habe ich Anfang 2019, Monate vor Corona, eine Pandemie als eines der größten Risiken aufgeführt, auf das wir uns sorgfältig vorbereiten sollten. Das ist bisher ganz einfach nicht geschehen, und man wurde – einmal wieder – von einer eigentlich vorhersehbaren Situation „vollkommen überrascht“, weil bei Regierungsentscheidungen nicht ausreichend weit in die Zukunft gedacht wird und zu viele Aspekte vernachlässigt werden. Was also können (und müssen) wir zukünftig tun? Wir müssen wieder mehr auf kleinere Siedlungsstrukturen setzen, mehr auf regionalen Handel und wohnortnahe Arbeitsplätze auch außerhalb der Großstädte. Dadurch muss auch die Menge von nationalen und internationalen Geschäftsreisen und Pendlerfahrten reduziert werden. Die Macht großer Handelsketten und Konzerne muss eingeschränkt werden, kleinere und regionale Unternehmen müssen wieder bessere Chancen haben. Das medizinische System, das in den letzten Jahrzehnten immer stärker privatisiert und immer mehr profitorientiert gestaltet wurde, muss wieder seinen eigentlichen Zweck, nämlich die flächendeckende und auch krisenfeste Gesundheitsversorgung aller Bürger, erfüllen. Dazu muss es größtenteils in staatlicher Hand sein, und wo das nicht der Fall ist, strikten Auflagen gehorchen. Wir müssen die Schulen mit mehr Räumlichkeiten und mehr Personal ausstatten, so dass kleinere Klassen gebildet werden können. Distanzunterricht und Home Schooling dagegen, wobei ein Großteil der Verantwortung für die schulische Ausbildung auf die Eltern übertragen wird, ist nur eine absolute Notlösung. Wir müssen es durch die längst überfällige Einführung eines Elterngehalts und durch eine gerechtere Lohnstruktur Eltern wieder leichter möglich machen, dass ein Elternteil für die Kinder zuhause bleibt, so dass zum Beispiel auch kranke Kinder daheim bleiben können, statt mit Husten und Schnupfen in Betreuungseinrichtungen gehen zu müssen, weil die berufstätigen Eltern nicht da sind. All diese wirklich gegen Pandemien wirksamen Maßnahmen helfen dabei auch noch in anderer Weise: für den Umweltschutz, für psychische Stabilisierung von Menschen, für ausgeglichene Sozialstrukturen und gegen die fortschreitende Ersetzung menschlicher Werte durch Profitdenken. Die COVID-19-Pandemie bringt keine neuen Probleme, sie offenbart nur die Probleme, die wir bereits hatten, ganz deutlich. Übrigens: die sich ausbreitende Meinung, die Anti-Corona-Maßnahmen würden der Gängelung und Kontrolle der Bevölkerung und der bewussten Einschränkung der Demokratie dienen, sind Unsinn. Was 2020 passiert, ist der verzweifelte Versuch von Politikern und ihren Beratern, eine bereits begonnene Pandemie unter Kontrolle zu bringen, ohne vorher langfristige Vorbereitungen für eine solche Situation getroffen zu haben. Dass das zum Scheitern verurteilt ist, habe ich bereits erläutert. Dass es trotzdem versucht wird, ist verständlich. Niemand in Regierungsverantwortung möchte sich vorwerfen oder vorwerfen lassen, nichts unternommen zu haben und für tausende von Todesfällen verantwortlich zu sein. Es ist aber zu hoffen, dass aus all dem für die Zukunft gelernt wird. Ich hoffe auch, dass endlich angefangen wird, die beschlossenen Maßnahmen besser auf ihre Verhältnismäßigkeit zu prüfen. Es nützt wenig, Beschränkungen zu beschließen, die minder wirksam gegen die Pandemie sind, die andererseits aber neue schädliche Auswirkungen mit sich bringen. Ich spreche hier zum Beispiel von den Existenznöten von besonders betroffenen Berufsgruppen, von psychischen Belastungen und zunehmender häuslicher Gewalt besonders in den engen Wohnverhältnissen von Großstädten, sowie von negativen Folgen für die Bildung von insbesondere jüngeren Schülern. In einer Hinsicht ist es allerdings sehr beeindruckend, was in diesem besonderen Jahr geschieht: die Solidarität und der Zusammenhalt, mit denen ein Großteil der Bevölkerung die teils sehr unangenehmen Maßnahmen mitträgt, um andere vor Erkrankung zu schützen, ist unerwartet hoch. Ob es hauptsächlich die Angst der Deutschen vor Regelverletzungen ist, oder tatsächlich ein an-alle-Denken statt nur an sich selbst, ist dabei zweitrangig. Wenn man das Coronajahr als eine Art erzwungenes soziales Experiment sieht, dann kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. 

 

Dienstag, 1. Dezember 2020

Mein Tempel

Die Kirche meiner Träume. Ich nenne sie mal den „Tempel“. Auch Jesus ging in den Tempel, nicht in die Kirche. Ich könnte auch „Heiligtum“ sagen, oder „Heilige Stätte“, oder „Sanktuarium“. Hat alles etwas Heiliges, Beruhigendes. „Kirche“ ist leider oft negativ besetzt heutzutage. Liegt teilweise an der Vergangenheit, teilweise auch an der Gegenwart. Man denkt dabei leicht an große, kalte, dunkle Gebäude. Ja, die haben auch etwas, auf jeden Fall. Aber in meinem Tempel, da ist es warm, auch im Winter. Da braucht man keinen Mantel und keine Decke. Da wartet man nicht frierend auf das Ende des Gottesdienstes, sondern da fühlt man sich wohl und möchte am liebsten noch länger bleiben, und das kann man auch. Denn dieser Tempel ist immer warm, immer offen, nie vereinsamt. Kirchen wirken zwischen den Gottesdiensten oft wie eine Art Museum oder Burgruine. Mein Tempel nicht. Immer ist jemand da, hat ein offenes Ohr. Denn man muss dort seine Sorgen loswerden können. Im Gespräch, wenn man möchte. Oder in der Stille, wenn einem das lieber ist. Da ist ja jeder anders. Man braucht dafür keinen Termin. Morgens um sieben kann man kommen, oder nach dem Mittagessen, oder mitten in der Nacht. Wenn draußen die Sonne scheint, dann scheint sie auch in den Tempel, durch die bunten Glasfenster (das übrigens mag ich an den großen, alten Kirchen am liebsten: den Blick durch die bunten Glasfenster ins Draußenlicht). Und wenn es draußen dunkel ist oder trüb, dann erleuchten Kerzen den Raum. Viele Kerzen. Ihre Flammen bewegen sich vom Atem und den sanften Bewegungen der Menschen, von dem leichten Luftzug, wenn jemand zur Tür hereinkommt. So, wie die Frau oder der Mann oder das Kind gerade gekleidet ist. Denn in meinem Tempel braucht man keinen engen Anzug und kein zwickendes Sonntagskleid, keine schicken drückenden Schuhe. Da kommt man wie man ist und wie man sich fühlt. Und keiner schaut schief, auch nicht die Alten. Denn die sind da mit ihrer Weisheit und werden geschätzt. Und die Kinder mit ihrem Lachen, und werden geschätzt. Ruhig ist es. Man spricht leise, im gegenseitigen selbstverständlichen Respekt füreinander. Tränen fließen auch, denn das ist gesund für die Seele und nimmt Last von ihr. Und Lachen ist auch da, denn Erleichterung und Wohlbefinden bringt Freude. Musik, die ist wichtig. Sie ist nicht zu laut, sie ist beruhigend, kontemplativ, wie man so sagt. Meist instrumental. Wenn gesungen wird, dann sind es meditative, sich immer wieder wiederholende Gesänge, die den Geist zum Frieden führen. Die Texte der alten Lieder sind oft schwer und wirken zurechtgeschustert, damit der Reim aufgeht. Musik muss aber fließend und ebenmäßig sein. Naja, da ist der Geschmack verschieden, das stimmt schon. Jeden beruhigt andere Musik. Also vielleicht gibt es verschiedene Räume mit verschiedener Musik, vielleicht auch welche ganz ohne. Auf jeden Fall gibt es auch einen Garten. Mit Bäumen und Blumen, mit Früchten im Sommer und Eiszapfen und Reif im Winter. Einen Teich. Die Natur, ihre Schönheit und Lebenskraft, das Wasser mit seinem spiegelnden Fluss, das spendet Kraft und Ruhe. Das zeigt, wo wir hingehören. Keine zurechtgestutzten Thujen und abgemessenen Rabatten, sondern ein Garten Gottes. Drinnen und manchmal auch draußen, da gibt es Geschichten. Geschichten zum Nachdenken, zum Zuhören, zum Mitfühlen, zum sich darin Wiederfinden. Die im Kopf und im Herzen bleiben, und die man danach anderen auch erzählt, immer wieder. Alte Geschichten, neue Geschichten, auch solche, die gerade eben erst entstanden sind (die Predigt war schon immer mein Lieblingsteil am Gottesdienst). Die alten Texte der Bibel in ihrer schwer verständlichen Sprache, wen berühren sie heute noch? Menschen brauchen Geschichten, in denen sie sich selbst wiederfinden, die ihnen nahe sind. In denen es um die Gefühle von Menschen geht, um die Höhen und Tiefen ihres Lebens, die weniger Berichte von längst Vergangenem sind. Die gehören eher in den Geschichtsunterricht, aber nicht in den Tempel. Während dem Zuhören, da sitzt man auf weichen Kissen, oder man liegt, den Blick zur Decke gerichtet, an der der Schein der Kerzen tanzt. Keine harten Holzbänke, kein gezwungenes Aufstehen, wenn man gerade versunken war. Ja, mein Tempel, die Kirche meiner Träume, dort ist so manches anders und doch so manches, wie wir es kennen. Es ist ein Ort, an den Mann und Frau und Kind gerne geht. Hierhin muss niemand gerufen werden, denn alle kommen von selbst. Wenn sie sorgenvoll, überlast oder beladen sind, um sich zu beruhigen, wiederzufinden, aufzutanken. Oder wenn sie voller Kraft, Weisheit, Frieden und Freude sind, um all das mit denen zu teilen, die es gerade nicht haben. Eigentlich sollte, eigentlich könnte dieser Tempel überall sein. In jedem Haus, in jedem Heim. Jedoch wir kennen das Leben. Es ist oft so anders als es sollte. Deshalb muss der Tempel da sein, als ein Ort, an dem alles gut ist, und an dem alles gut wird, das es noch nicht ist. 

Montag, 2. September 2019

70 Dinge, die man tun kann, um die Umwelt zu schützen



Nicht jeder kann in jeder Lebenssituation alles verwirklichen, was hier aufgezählt ist, aber für jeden sollte etwas dabei sein, jede Kleinigkeit zählt.



Einwegprodukte vermeiden


Nur kaufen, was ich wirklich brauche


Einkaufstaschen oder Kisten statt Plastiktüten verwenden


Keine doppelt verpackten Artikel kaufen


Obst und Gemüse unverpackt kaufen


Produkte aus regionaler Erzeugung kaufen


Müll richtig trennen


Keinen Müll auf die Straße oder in die Natur werfen


Auf der Straße oder in der Natur liegenden Müll aufsammeln


Behälter (z.B. Zahncreme, Shampoo, Marmelade) vor dem Wegwerfen vollständig leeren


Unnötige Pflegeprodukte vermeiden


Dinge so oft und so lange wie möglich benutzen


Von allem nur so viel benutzen wie wirklich nötig


Nicht mehr benötigte Dinge an Gebrauchtwarenhöfe oder ähnliche Einrichtungen geben


Nicht mehr benötigte Dinge an Verwandte, Bekannte oder Freunde weitergeben


Dinge reparieren statt sie wegzuwerfen


Mit Dingen sorgsam umgehen, damit sie möglichst lange halten


Nicht jeden Modetrend mitmachen


Möglichst wenig Papier verwenden


Recyclingpapier verwenden


Werbesendungen abbestellen („Keine Werbung“ am Briefkasten)


Wasser sparen


Autos nur waschen, wenn sie wirklich schmutzig sind


Stop-Funktion von Toilettenspülungen verwenden


Spülmaschine erst laufen lassen, wenn sie ganz voll ist


Sich am Waschbecken waschen statt duschen oder baden


Beim Baden die Wanne nur halb füllen


Mit Kindern gemeinsam baden bzw. mehrere Kinder gemeinsam baden


Kleidung erst waschen, wenn sie wirklich gewaschen werden muss


Warmwasser mit einer Solaranlage auf dem Dach erzeugen


Beim Lüften Heizungen ausschalten


Strom sparen


Beim Verlassen des Raumes Licht ausschalten


Geräte ganz ausschalten statt Standby-Modus


Mechanische Geräte statt elektrischen verwenden


Nicht benutzte Geräte abschalten


So weit wie möglich auf Außenbeleuchtung verzichten


Bei Hausbau oder Renovierung auf gute Wärmedämmung achten


Gehen oder Radfahren statt Kraftfahrzeuge zu benutzen


Öffentliche Verkehrsmittel statt das Auto benutzen


Möglichst viele Dinge mit einer Fahrt erledigen statt mehrmals fahren


Dinge möglichst in der Nähe erledigen statt weiter weg fahren


Fahrgemeinschaften bilden


Nicht schneller als 140 km/h fahren


Flugreisen vermeiden


Den Garten naturnah gestalten


Weniger oft den Rasen mähen


Mit Regenwasser gießen


Keine versiegelten Schottergärten anlegen


Beim Rasenmähen Blühflächen stehen lassen


Blumenwiesen wenn überhaupt erst im Herbst mähen


An und zwischen großen Grundstücken Hecken und Blühstreifen anlegen


Im Garten Wildblumen statt Zuchtformen und exotischer Gewächse pflanzen


Nicht benutzte Grundstücke verwildern lassen


Bäume pflanzen


In Garten und Landwirtschaft auf Gifte und Kunstdünger verzichten


Tieren im Garten und am Haus Nistmöglichkeiten und Unterschlupf bieten


Obst und Gemüse selbst im Garten anbauen


Weniger Fleisch essen


Noch genießbare Essensreste aufessen statt sie wegzuwerfen


Nahrungsreste an Haustiere verfüttern statt sie wegzuwerfen


Milch und Eier direkt von einem Bauernhof in der Nähe holen


Nicht rauchen


Auf Feuerwerk verzichten


Parteien wählen, die für den Umweltschutz arbeiten


Mitglied einer Umweltschutzorganisation oder einer ökologischen Partei werden


Umweltschutzorganisationen unterstützen


Mitmenschen freundlich auf umweltschädliches Verhalten hinweisen


Anderen in den hier aufgezählten Dingen ein gutes Vorbild sein


Andere dazu auffordern, auch möglichst viele dieser Dinge zu tun






Samstag, 9. Februar 2019

Risikomatrix für das Projekt „Überleben der Menschheit“


Franz Singer, Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
Februar 2019



Risikomatrix für das Projekt „Überleben der Menschheit“


Die Risikomatrix ist ein bewährtes Werkzeug, um in Projekten die bestehenden Risiken bildlich darzustellen. Wenn wir nun einmal das Überleben der Menschheit als ein Projekt sehen, das ebenso von Risiken beeinflusst ist, dann können wir auch dafür eine solche Risikomatrix aufstellen.

Von links nach rechts wird die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken dargestellt, von unten nach oben die Auswirkung, falls das Risiko eintritt.

Die Risiken im roten Bereich erfordern sofortigen Handlungsbedarf. Für die Risiken im gelben Bereich sollten Maßnahmen geplant werden, besser ist auch hier gegensteuerndes Handeln. Die Risiken im grünen Bereich sollten zumindest unter dauernder Beobachtung gehalten werden, das Planen geeigneter Gegenmaßnahmen ist empfehlenswert.

Unter der Matrix findet sich die Beschreibung der Risiken.



gravierend
11, 17, 24
1, 5, 9
7, 12, 13
10

schwer


2, 4, 20
23, 26
6
mittel


3, 21
16, 18
8
moderat

15
14
22
25
niedrig



19


sehr gering
gering
mittel
hoch
sehr hoch



1 Einschlag eines großen Himmelskörpers auf der Erde

Geschieht regelmäßig, aber für menschliche Maßstäbe sehr selten. Kann je nach Größe des Objekts eine regionale oder weltweite Katastrophe sein, die vor allem durch nachfolgende Klimaveränderungen (Staub in der Atmosphäre) für viele bis alle Menschen tödlich sein kann.

Verhindern des Einschlags bei rechtzeitigem Bemerken eventuell durch Raketenbeschuss möglich.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (v.a. 6, 8, 9, 10, 13).



2 Ausbruch eines Supervulkans oder Serie starker Vulkanausbrüche

Geschieht regelmäßig, aber für menschliche Maßstäbe nicht häufig. Unmittelbare Lebensgefahr für die Menschen in der direkten Umgebung des Ausbruchs. Weltweite Gefahr durch temporäre Klimaveränderungen (Staub in der Atmosphäre, „Vulkanischer Winter“). Dadurch im Extremfall tödlich für sehr viele Menschen weltweit. Kann nicht verhindert werden, ist durch genaue Beobachtung der vulkanisch aktiven Gebiete aber in einem gewissen Maß vorhersehbar, wodurch z.B. Evakuierungen geplant werden können.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (v.a. 6, 8, 9, 10, 13).



3 Weltkrieg (ohne Einsatz von Atomwaffen)

Gefahr des Eintretens ist derzeit relativ unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Durch die Globalisierung ist ein größeres Ausmaß als bei den ersten beiden Weltkriegen denkbar. Akute Lebensgefahr für sehr viele Menschen in den betroffenen Gebieten. Vermeidung durch Stärkung internationaler Strukturen, durch Pazifismus und durch Abrüstung möglich.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (4, 5, 13, 14, 16).



4 Atomkrieg

Gefahr des Eintretens ist derzeit relativ unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Tödlich für die meisten Menschen in den direkt betroffenen Gebieten. Durch radioaktive Strahlung und Fallout auch in weiteren angrenzenden Gebieten Lebensgefahr für viele Menschen. Vermeidung durch Stärkung internationaler Strukturen, durch Pazifismus und durch Abrüstung (inklusive Abschaffung von Atomwaffen) möglich.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (3, 5, 13, 14, 16).



5 Weltkrieg (mit Einsatz von Atomwaffen)

Gefahr des Eintretens ist derzeit relativ unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Durch die hohe Anzahl vorhandener Atomwaffen kann es zur kompletten Vernichtung der Menschheit oder extremer Schädigung der Lebensgrundlagen kommen. Vermeidung durch Stärkung internationaler Strukturen, durch Pazifismus und durch Abrüstung möglich.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit vieler anderer Risiken (3, 4, 8, 9, 12, 13, 14, 15, 16, 20).



6 Starke Klimaveränderung

Nach derzeitiger Lage wird dieses Risiko in den nächsten Jahrzehnten eintreten, erste Auswirkungen sind bereits deutlich feststellbar. Verursacht Änderungen am Ökosystem, schwächt bestehende Strukturen, kann zu Naturkatastrophen (Dürre, Überschwemmung, Stürme, starke Hitze oder Kälte) führen. Dadurch auch Verursachung von Hungersnöten und großen Flüchtlingsbewegungen. Das Fortschreiten kann durch Senkung der Einbringung von Kohlendioxid in die Atmosphäre und durch Aufforstung gehemmt werden.

Dieses Risiko kann auch durch die Risiken 1, 2 und 10 ausgelöst bzw. verstärkt werden.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (3, 8, 9, 12, 13, 14, 16).


7 Auftreten einer unheilbaren tödlichen Seuche

Im Lauf der Geschichte immer wieder eingetreten, meist allerdings regional begrenzt. Durch die Globalisierung bestünde heute die Gefahr einer schnelleren und weiteren Verbreitung. Durch antibiotikaresistente Erreger steigt die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos derzeit. Tödlich für viele bis sehr viele, unter Umständen auch für alle Menschen. Falls es sich um eine nur bei Tieren auftretende Seuche handelt, besteht dennoch Gefahr für die Menschheit durch Auslösung anderer Risiken. Vorsorge eventuell durch Reduzierung von Antibiotikaeinsatz und durch Stärkung medizinischer Versorgungsstrukturen möglich.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (8, 9, 12, 14, 16).



8 Rückgang der Artenvielfalt

Dieses Risiko ist bereits eingetreten, die Auswirkungen weiten sich derzeit deutlich aus. Ursache sind wohl hauptsächlich die Risiken 6 und 10. Zunächst für Menschen nicht tödlich, kann aber schnell zu Veränderungen am Ökosystem führen, welche die menschliche Lebensgrundlage (vor allem Ernährung) entziehen. Gegensteuern durch Bekämpfung der Risiken 6 und 10 und durch Schaffung großflächiger und vernetzter Naturschutzgebiete möglich und dringend notwendig.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 9, 13, und 14.



9 Zusammenbruch des Ökosystems

Das weltweite Ökosystem ist als Ganzes sehr widerstandsfähig gegenüber Veränderungen.  Ein kompletter (Vernichtung aller Lebewesen) oder fast kompletter (Vernichtung „höherer“ Lebensformen) Zusammenbruch kann aber nicht ausgeschlossen werden. Denkbar wäre als Ursache beispielsweise ein Zusammenwirken der Risiken 6, 8 und 10. Würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen (vor allem Ernährung) und damit zur Auslöschung der Menschheit führen. Gegensteuern durch Bekämpfung der Risiken 6, 8 und 10 möglich.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 13, 14, und 16.



10 Naturzerstörung

Das Risiko ist bereits eingetreten und schreitet trotz zahlreicher, meist regional begrenzter, Gegenmaßnahmen, deutlich fort. Kann zur Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen (Ernährung und Sauerstoffversorgung) und damit durch Auslöschung der Menschheit führen. Die Verstärkung der Gegenmaßnahmen, auch im globalen Ausmaß, ist möglich und dringend nötig.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (6, 8, 9, 12, 13, 14).



11 Sonne entwickelt sich zum roten Riesenstern

Dass dieses Risiko eintreten wird, gilt als gesichert. Dabei wird es zur Auslöschung allen Lebens auf der Erde kommen. Allerdings liegt dieses Ereignis in sehr ferner Zukunft (mehrere Milliarden Jahre), daher gilt die Eintrittswahrscheinlichkeit als „sehr gering“. Gegenmaßnahmen sind nicht möglich.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (6, 8, 9, 10, 12, 13).



12 Zusammenbruch der Wasserversorgung

Dieses Risiko kann eintreten durch Verschmutzung oder Verseuchung des Wassers, durch große Trockenheit (verursacht z.B. durch Klimaerwärmung), oder durch zu hohen Verbrauch von Wasser (der Verbrauch kann dann schneller werden als der natürliche Wasserkreislauf, so dass es zu einer temporären Unterversorgung kommt). In jedem Fall können die Auswirkungen massiv sein und zum Tod sehr vieler Menschen führen, da die Abhängigkeit des Menschen (und der meisten anderen Lebewesen von Wasser stark ist.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (3, 8, 9, 10, 13, 14).

13 Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung

Dieses Risiko kann eintreten durch Große Naturkatastrophen, Klimaveränderung, Naturzerstörung, radioaktive Verseuchung oder durch Kriege großen Ausmaßes. Durch das komplexe globale System von Lebensmittelproduktion und Lebensmitteltransporten besteht zusätzliche Gefahr, da eine Unterversorgung (vor allem in Städten) auch dann schon eintreten kann, wenn die Produktions- und Verkaufsketten oder die Transporte ausfallen. In jedem Fall können die Auswirkungen massiv sein und zum Tod sehr vieler Menschen führen. Gegenmaßnahmen bestehen im Natur-, Klima- und Artenschutz, in der Umstellung auf größtmögliche regionale Versorgung und in der Vermeidung kriegerischer Auseinandersetzungen.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 3, 14 und 16.



14 Weltweite Wirtschaftskrise

Tritt seit der Industrialisierung und Globalisierung immer wieder ein. Durch das Fortschreiten der Globalisierung und der damit verbundenen weltweiten wirtschaftlichen Vernetzung ist die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Ausbreitung gestiegen. Unter Umständen werden Wirtschaftskrisen durch Finanzhandel auch künstlich hervorgerufen. Trotz allem sind die Auswirkungen von Wirtschaftskrisen auf das Überleben der Menschheit allenfalls als moderat zu bezeichnen.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit von Risiko 19.



15 Ausfall des Internets

Viele Strukturen, besonders in den „westlichen“ Staaten, bauen immer mehr auf dem Internet als Grundlage auf. Es handelt sich dabei um soziale, wirtschaftliche und in zunehmendem Maß auch um staatliche Strukturen. Ein Ausfall des Internets würde diese Strukturen schwächen, bei einem längeren Ausfall eventuell sogar zerstören. Durch zahlreiche Sicherungen ist die Eintrittswahrscheinlichkeit nicht sehr hoch, aber durchaus gegeben (vor allem durch Sabotage und durch Kriege größeren Ausmaßes). Dieses Risiko allein ist nicht allzu gefährlich, kann aber die Auswirkung anderer Risiken verstärken.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 14, 16 und 19, senkt andererseits die Wahrscheinlichkeit von Risiko 25.



16 Zusammenbruch von Sozialstrukturen

Soziale Strukturen sind ein wichtiger Stabilitätsfaktor der Menschheit. Viele dieser Strukturen erfahren durch Industrialisierung, Marktwirtschaft und durch das Internet starke Veränderungen. Insbesondere ist ein zunehmendes Maß an Egoismus, Individualismus und Konsumorientierung, verbunden mit einer Abnahme von sozialem Handeln, als kritisch zu betrachten. Noch funktionieren die Sozialstrukturen auch in den Industrieländern größtenteils, die Tendenz ist aber abnehmend. Gegenmaßnahmen können in jeglicher Stärkung sozialer Strukturen - durch Gesetze, durch jeden einzelnen Menschen und jede Gruppe - bestehen.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 22, 23 und 25.



17 Angriff oder Invasion durch außerirdische Wesen

Nachdem derzeit noch nicht einmal bekannt ist, ob es Leben außerhalb der Erde gibt, muss die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos als sehr gering betrachtet werden. Sollte es dennoch eintreten, wäre es wohl unvorhersehbar und könnte gravierende Auswirkungen bis zur vollständigen Vernichtung der Menschheit haben. Der Physiker Stephen Hawking riet daher davon ab, nach einem Kontakt mit eventuell existierenden außerirdischen Zivilisationen zu suchen. Eine vorsorgliche Gegenmaßnahme kann außerdem die Stärkung der menschlichen Strukturen sein.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 3 und 16.


18 Vollständiger Verbrauch fossiler Ressourcen

Durch ständiges Wirtschaftswachstum, eine immer zahlreicher werdende Weltbevölkerung und durch verschwenderischen Umgang können die fossilen Ressourcen, vor allem Erdöl und Erdgas, von welchen viele menschliche Strukturen abhängig sind, in absehbarer Zeit vollständig verbraucht sein. Das Nachwachsen dieser Ressourcen dauert Jahrmillionen. Es besteht die Gefahr, dass dadurch viele Strukturen geschwächt werden oder gar zusammenbrechen, insbesondere gilt dies für das Transportwesen und für alle Strukturen, die von auf Erdölbasis hergestellten Kunststoffen abhängig sind. Es wären auch die medizinische Versorgung, Feuerwehren und die Polizei, sowie die Nahrungsversorgung betroffen, wodurch es durchaus zum Tod vieler Menschen kommen kann, wenn keine geeigneten Gegenmaßnahen getroffen werden. Diese Gegenmaßnahmen bestehen darin, sparsam mit den verbleibenden fossilen Ressourcen umzugehen und möglichst zeitnah auf Alternativen (nachwachsende Rohstoffe, erneuerbare Energie) umzustellen.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 3, 13, 14 und 19.



19 Weltweites Wirtschaftswachstum sinkt

Wird oft fälschlicherweise als eines der gefährlichsten Risiken dargestellt. Gegenmaßnahmen werden ständig und mit viel Aufwand durchgeführt (oft auf Kosten der Maßnahmen gegen andere Risiken). Tatsächlich ist die Eintrittswahrscheinlichkeit für dieses Risiko hoch, die Auswirkungen auf das Überleben der Menschheit aber äußerst gering. Im Gegenteil kann das Eintreten dieses Risikos sogar die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (6, 8, 9, 10, 18) deutlich senken.



20 Unkontrollierbare genetische Veränderungen

Dieses Risiko kann durch zwei Auslöser eintreten: durch von Menschen vorgenommene genetische Manipulationen, die außer Kontrolle geraten, und durch radioaktive Strahlung. Denkbare Folgen sind eine gesteigerte Anfälligkeit gegenüber Erkrankungen, das Auftreten neuer Erkrankungen, die Überlastung menschlicher Strukturen, und der Ausfall der Fortpflanzung.

Die möglichen Gegenmaßnahmen sind der Verzicht auf Genmanipulationen, oder zumindest eine strenge Reglementierung, sowie die Vermeidung von übermäßiger radioaktiver Strahlung.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 7, 9 und 16.



21 Verselbständigung künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist eine menschengemachte Technologie, welche sich derzeit schnell weiterentwickelt. Immer mehr Bereiche des Lebens werden von künstlicher Intelligenz beeinflusst und gesteuert. Es besteht die berechtigte Sorge, dass diese Technologie sich teilweise oder vollständig verselbständigen und dann menschlichen Strukturen Schaden zufügen könnte, bis hin zum Versuch der Machtübernahme oder der Vernichtung der Menschheit. Ganz besonders sind mit künstlicher Intelligenz versehene Waffensysteme gefährlich. Zusätzlich nimmt der Missbrauch von künstlicher Intelligenz zur Beeinflussung von Menschen ständig zu. Mögliche Gegenmaßnahmen sind die Beschränkung des Einsatzes künstlicher Intelligenz, der Einbau von Sicherungsstrukturen in den Programmen und das rechtzeitige Abschalten von Programmen, die eine Tendenz zur Verselbständigung zeigen.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (3, 16, 22, 23, 25).



22 Machtübernahme durch nichtstaatliche Organisationen

Hier ist weniger von irgendwelchen Geheimgesellschaften die Rede, als vielmehr von der konkreten Gefahr, dass große Konzerne Stück für Stück die Macht über Menschen und soziale Strukturen übernehmen und dadurch staatliche Strukturen unterwandern und irgendwann ersetzen, mit dem Hauptziel der eigenen Gewinnmaximierung. Die konzernfreundliche Politik in den meisten Staaten fördert diese Entwicklung. Für sich allein gesehen stellt dieses Risiko keine Überlebensgefahr da, es hat aber hohes Potential zur Verstärkung anderer Risiken. Gegenmaßnahmen können darin bestehen, staatliche Strukturen zu stärken und die Handlungsfreiheit der Konzerne gesetzlich stärker zu kontrollieren.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 6, 8, 9, 10, 16, 18 und 25.



23 Verschwinden von Überlebensfähigkeiten

Hier handelt es sich um ein wenig beachtetes Risiko, obwohl es für das Überleben der Menschheit eines der Gefährlichsten ist. Ein Naturgesetz ist, dass diejenigen Arten und Individuen überleben, die die besten Fähigkeiten und Eigenschaften zum Überleben haben (Natürliche Selektion, „survival of the fittest“). In der modernen Zivilisationsgesellschaft gehen diese Fähigkeiten immer mehr verloren, man verlässt sich ganz auf funktionierende Strukturen und auf automatisierte Vorgänge. Zwar kann (und sollte) der Mensch durch soziale und wirtschaftliche Strukturen dieses Naturgesetz abschwächen, aber es bleibt dennoch bestehen und kann sich vor allem in Krisensituationen voll auswirken. Diese Krisensituationen können durch zahlreiche andere hier beschriebene Risiken (z.B. 1, 2, 5, 9, 12, 13, 16, 17, 18) entstehen. Die Gegenmaßnahme ist die Förderung und Bewahrung der Überlebensfähigkeiten.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 12, 13 und 16.



24 Gammablitz trifft die Erde

Dieses astronomische Phänomen wird als potentiell sehr gefährlich eingestuft, wobei die tatsächlichen Auswirkungen nur vermutet werden können. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines dieser relativ seltenen Ereignisse genau auf die Erde trifft, ist als sehr gering einzustufen, kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden. Mögliche Maßnahmen gegen einen Gammablitz oder gegen seine Auswirkungen gibt es nicht.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt möglicherweise die Wahrscheinlichkeit anderer Risiken (6, 8, 9, 10, 13, 15, 20).



25 Verbreitung von Fehlinformationen („Fake News“)

Durch das Internet sind Falschinformationen, die sich schnell weltweit verbreiten, eine wachsende Gefahr. Falsche Informationen können zu falschen Sichtweisen, Meinungen und Handlungen führen. Besonders gefährlich sind bewusst gestreute Falschinformationen, mit welchen versucht wird, Menschen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Für sich allein gesehen sind Fake News meist keine Überlebensgefahr, sind aber ein Verstärker für die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Auswirkung anderer Risiken. Gegenmaßnahmen sind durch die Dynamik des Internets schwierig. Bildung, Information und Förderung individueller Intelligenz sollten aber auf jeden Fall dabei sein.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit der Risiken 3, 16 und 22.



26 Überbevölkerung

Dieses Risiko befindet sich bereits seit längerer Zeit in einem zunehmend kritischen Status, wobei das Ausmaß regional stark unterschiedlich ist. Vor allem durch verbesserte medizinische Versorgung und durch Belieferung mit massenhaft produzierten Lebensmitteln steigt die Zahl der auf der Erde lebenden Menschen beständig an. Man möchte nun denken, dies sei doch der beste Schutz vor einem Aussterben der Menschheit. Allerdings gibt es natürliche Prozesse, die Populationen von Lebewesen zusammenbrechen lassen, wenn sie für ihre Umwelt und für das gesamte Ökosystem zu groß werden. Dieser Zusammenbruch erfolgt beispielsweise durch neu auftretende Seuchen, durch Unterversorgung mit Nahrung oder durch Kriege. Dabei stellt sich die Frage, wie viele Menschen eine Region oder die ganze Erde beherbergen kann, bevor sich ein Zusammenbruch einstellt. In jedem Fall würde wohl ein Teil der Menschheit einen solchen Zusammenbruch überleben. Gegenmaßnahmen sind schwierig, da sie menschlich bedenklich sind (Geburtenkontrolle, Reduzierung medizinischer Versorgung). Somit liegt der richtige Umgang mit diesem Risiko wohl darin, Lösungen zu finden, wie die ständig wachsende Zahl von Menschen so versorgt werden kann, dass das Gesamtsystem Erde dadurch nicht überlastet wird.

Dieses Risiko erhöht bei seinem Eintritt die Wahrscheinlichkeit vieler anderer Risiken (3, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13).



Fazit

Die hier erfolgte Darstellung verdeutlicht, wo die größten Gefahren für den Fortbestand der Menschheit liegen, und somit auch, wo der dringendste Handlungsbedarf besteht.

Besonders kritisch ist die Tatsache, dass viele der beschriebenen Risiken zusammenhängen, sich gegenseitig verstärken und gegenseitig ihre Eintrittswahrscheinlichkeit erhöhen. So dürften die miteinander verketteten Risiken 6, 8, 9, 10, 12, 13, 18, 23 und 26 derzeit die stärkste Überlebensgefahr sein. Ein schnelles Umdenken in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind notwendig, um gegen diese Bedrohung vorzugehen, bevor sie ihre volle Kraft entfaltet.